Aktuelles

30.11.2015

Argentinien im November 2015

Besuch der Projekte in Argentinien

Im November sind mein Mann Bertold und ich einmal wieder nach Argentinien geflogen um dort unsere Projekte zu besuchen.
Es tut uns und den Projekten gut, wenn wir uns persönlich einmal im Jahr treffen, da so vieles nicht am Telefon oder per Mail gesagt werden kann.

Wir hatten eine sehr gute Anreise und so konnten wir direkt vom Flughafen durchstarten und sind dann zunächst zu Mechthild unserer Koordinatorin gefahren. Sie hatte alle Termine für uns gemacht und so ging es nach einer guten Tasse Kaffee ins Waisenhaus. Hier sind ja seit geraumer Zeit nur noch Jungen 20 an der Zahl im Alter von ca. 10 bis 17 Jahren untergebracht.

Wir staunten nicht schlecht über die netten Jungen die uns begrüßten. Alle machten einen fröhlichen und sehr zufriedenen Eindruck und waren stolz darauf uns ihren Gemüsegarten und die Enten und Hühner zu zeigen. Toll das die Hühner zu unserer Ankunft gerade noch 3 Eiergelegt hatten, die sie nun einsammeln konnten!

Die beiden Leiterinnen des Hauses ergänzten, dass es kaum mehr gravierende Probleme mit den Kindern gibt, da auch alle sehr gut in der Schule zurecht kommen. Allerdings bleibt nach wie vor das Problem, dass das Geld von der Regierung zum Unterhalt des Waisenhaus nur sehr schleppend kommt. Im Jahr 2015 hatten die Damen im November erst Geld für 3 Monate erhalten. Deshalb sind sie sehr froh, dass sie seit einiger Zeit Lebensmittel über eine sogenannte Börse für soziale Einrichtungen beziehen können.

Aber auch das reicht natürlich nicht aus und deshalb sind sie sehr froh, dass sie immer wieder Spenden bekommen und selbst Brot backen, das verkauft werden kann.

Alles in allem keine leichte Aufgabe und da hilft Paulchen gern.

Am nächsten Tag hatten wir die Freude unsere Projektpartner LEP und Los Luceros zu besuchen.
 
Erneut begleitete uns Mechthild. Zunächst ging es zu LEP wo Humberto und Wilma schon auf uns warteten.
Wir waren natürlich ganz besonders gespannt, da ja in diesem Jahr mit Hilfe einer Großspende endlich das Dach des Büros erneuert werden konnte.
Humberto hat das Geld und viel Eigenleistung dazu benutzt nicht nur das Dach zu erneuern, sondern das gesamte Büro neu aufzubauen und den Durchgang zu überdachen, sodass es nun eine Erweiterungsfläche im ersten OG gibt.
Mit Stolz wurde uns diese Neuerung präsentiert. Wir freuen uns zu sehen, wie sich dieses Projekt immer weiter entwickelt und mit welcher Leidenschaft Humberto seine Ziele, etwas für die arme Bevölkerung zu tun, verfolgt.
Hier werden nach wie vor Alphabetisierungskurse, Schülerhilfe, Ausbildungslehrgänge und sogar Hochschulkurse angeboten. Daneben ist ein weiteres wichtiges Feld die medizinische Versorgung der Menschen aus dem Viertel sowie Hilfe in Form von Kleidung, Nahrungsmitteln, etc.

Am Nachmittag besuchten wir Maria Marta im Projekt Los Luceros. Leider regnete es in Strömen, sodass wir überwiegend im Haus bleiben mussten. Auch hier tut sich so einiges. Wir meinen die Handschrift von Maria Martas Sohn Nicolas erkennen zu können und freuen uns natürlich sehr darüber, dass er sich so in die Projekte einbringt. Das sichert in unseren Augen auch den Fortbestand dieses Projektes, das uns nach so vielen Jahren sehr ans Herz gewachsen ist.

Es kommen im Schnitt ca. 40-50 Kinder täglich um Hausaufgabenhilfe zu bekommen, zu nähen, handarbeiten, backen, kochen, gärtnern, tanzen, singen, musizieren oder auch den Umgang mit einem Computer zu erlernen. Die Kurse sind sehr abwechslungsreich und vielseitig.

Im vergangenen Jahr wurde ein sehr schöner Spielplatz angelegt und die Kindergrippe ausgebaut. Das neue Gebäude ist zwar noch lange nicht fertig gestellt aber es werden regelmäßig viele kleine Kinder gebracht, so dass die Mütter arbeiten gehen können.

Wir hatten einmal mehr die Gelegenheit mit den Kindern ihre Abendmahlzeit ein zu nehmen und konnten anschließend dem Tanzwokshop beiwohnen.

Wie immer hat es uns sehr gefallen.

Am Samstag wurden wir von Wilma zum Essen bei LEP eingeladen und wir haben in großer Runde lecker gegessen. Dabei konnten wir uns weiter austauschen und Humberto kam mit seiner Idee heraus eine  „Schule der Solidarität“ als Seminar aufzubauen. Die Idee dahinter ist möglichst viele NGOs an den Erfahrungen die LEP und Paulchen gesammelt haben teilhaben zu lassen. Er möchte das erste  Seminar im November 2016 abhalten wenn auch Bertold und ich im Land sind.
Die Idee finde ich grundsätzlich sehr gut, über die konkreten Inhalte müssen wir uns nun in den kommenden Monaten austauschen.

Am Nachmittag sind wir dann in einen Ort nahe von Benavidez gefahren, um dort in einem Theater an einer öffentlichen Musikaufführung der Kinder von Los Luceros teilzunehmen.
Als die Kinder uns im Theater entdeckten war sofort ein großes Hallo  entfacht und ein argentinisches Willkommen mit vielen, vielen  Küsschen.

Die Vorführung war ganz große Klasse, ich war so beeindruckt, was aufgeführt wurde und wie viel die Kinder gelernt haben. Da wir ja wissen aus welchen Verhältnissen diese Kinder kommen und wie sie leben, ist es um so erstaunlicher wie toll sie so manches Instrument beherrschen.

Wir sind nach unserem Besuch ganz fest der Überzeugung das die Mittel die wir nun seit 2006 diesen Projekten zu Verfügung gestellt haben jeden Cent rechtfertigen.

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