Aktuelles

20.06.2016

Reisebericht Sri Lanka 2016

Am 20. Mai machten mein Mann Bertold und ich uns auf den Weg nach Sri Lanka. Wir hatten ein wenig Bauchschmerzen wegen der schlimmen Nachrichten aufgrund der verheerenden Überschwemmungen im Land aber da alle unsere Projektpartner sich so sehr auf unseren Besuch gefreut haben, entschlossen wir uns trotz aller Bedenken die Reise anzutreten. Unser erstes Ziel war Galle, dort besuchten wir am Abend der Ankunft den Schalom Kindergarten, der durch unseren Freund Ananda  Rupasinghe betreut wird und nach dem Tsunami mit Hilfe der Schalomgemeinde Norderstedt errichtet wurde. Da Vesakfest war (der höchste Buddhistische Feiertag) hatten die Kinder mit deren Kindergärtnerinnen ein tolles Programm erarbeitet, das wir sehr genossen.

Am nächsten Morgen besuchten wir dann das Medical Center, dass von Paulchen aufgebaut wurde und nun durch Frau Dr. Anoma betrieben wird. Es war Sonntag und noch immer Vesakfest. Dr. Anoma wollte an diesem Tag einen Medical Day durchführen. Dazu waren 8 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen im Haus die 152 Patienten behandelten, ob Kinder, Alte, Herzkranke, etc. Die Behandlung war kostenlos.  
Leider konnte die Wohnung im ersten Stock des Medical Centers noch nicht vermietet werden. Das ist so Schade, da die Mieteinnahmen die Kosten des Centers tragen sollen. Wir hoffen das bald ein solventer Mieter gefunden wird.  

Auch hatten wir Gelegenheit unsere Projektpartner IPARD zu treffen, die einerseits mit unserer Hilfe kinderreichen Familien im landwirtschaftlichen Bereich unterstützen und  andererseits Mikrokredite an Frauen im landwirtschaftlichen Bereich vergeben.  
Am nächsten Morgen ging es von Galle nach Kandy; eine lange Autofahrt stand bevor. Wir fuhren noch einen kleinen Umweg um den von Paulchen erbauten Kindergarten in Weregalle zu besuchen. Hier trafen wir leider keine Kinder mehr an, da wir etwas zu spät eintrafen. Aber wir konnten uns das Gebäude einmal ganz genau ansehen und stellten fest, dass es noch immer in einem sehr guten Zustand ist. Lediglich die Türrahmen müssen an einigen Stellen erneuert werden, da sich Termiten daran zu schaffen gemacht haben. Ein wenig gründlicher zu putzen wäre sicherlich auch eine gute Idee. Das Problem des Kindergartens besteht allerdings derzeit darin das zu wenig Kinder angemeldet wurden. Derzeit sind nur noch 20 Kinder zu betreuen, die Kapazitätsgrenze liegt bei 40 Kindern!  Auf Nachfrage warum dies so sei erfuhren wir, dass ein zweiter Kindergarten eröffnet wurde und  somit eine Konkurrenzsituation besteht. Hier erörterten wir diverse Möglichkeiten die Eltern von der Attraktivität unseres Kindergartens zu überzeugen.  
Von Weregalle ging es dann direkt nach Kandy. Hier trafen wir Anslem, der unsere Projekte in der Gegend um Kandy  managt. Noch am späten Nachmittag besuchten wir den Kindergarten in Wategamme. Dieser Kindergarten konnte durch die finanzielle Hilfe von Paulchen und dem Einsatz der Eltern renoviert werden, was auch sehr nötig war. Heute sieht er sehr gut aus, der Fußboden wurde  

ausgebessert, die Wände gestrichen und es konnten Klettergerüste, Schaukeln und Rutschen angeschafft werden. In Zukunft wird es auch hier eine „Kindergartenband“ geben.  
 Die rund 40 Kinder und ihre Eltern begrüßten uns sehr herzlich und wie immer gab es einige leckere landesübliche Süßigkeiten, Bananen und Tee. Völlig erschöpft erreichten wir am Abend unser Hotel und freuten uns auf eine Dusche und ein gemütliches Abendessen.  
Der zweite Tag in Kandy ist immer etwas anstrengend, da wir dann in der Regel die Kindergärten in Hangurangetha und Madugalle besuchen, was mit recht viel Fahrerei verbunden ist.  Also hieß es früh aufstehen und zeitig aufbrechen, um möglichst vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Hotel zu sein. Das ist so wichtig, da das Autofahren allein in Sri Lanka schon lebensgefährlich ist, aber in der Dunkelheit unberechenbar. So erreichten wir den ersten Kindergarten zeitig und wurden von der Kindergartenband empfangen. Natürlich ließen es sich die Kinder nicht nehmen uns ihre eingeübten Tänze und Kunststücke vor zu führen. Derzeit werden dort 40 Kinder von zwei Kindergärtnerinnen betreut, die sich gerade nochmals weitergebildet haben, wodurch die Qualität der Ausbildung verbessert wurde. Mit Stolz erfüllt uns, dass dieser Kindergarten  als der beste in der Region gilt. In Madugalle wurden wir ebenfalls von den Kindern und den  beiden Kindergärtnerinnen empfangen. Normalerweise ist auch

immer der Dorfmönch zu unserem Empfang anwesend, aber der ließ sich entschuldigen, da er in Sachen Überschwemmungen und Katastrophenhilfe unterwegs war. Hier sind derzeit 30 Kinder zu betreuen. Der Kindergarten der 2008 von Paulchen gebaut und eröffnet wurde ist  in einem guten Zustand, die Wände wurden gerade  neu gemalt und nach der Regenzeit wird auch die Fassade neu gestrichen.  Ich betone dies hier so ausdrücklich, da Madugalle wirklich sehr weit entlegen ist und wir uns freuen hier helfen zu können. Das der Kindergarten auch nach 8 Jahren noch in einem so guten Zustand ist, verdanken wir sicherlich der konstanten Arbeit von Anslem, den Kindergärtnerinnen und dem Dorfmönch. Wir haben es dann auch tatsächlich geschafft in der Dämmerung unser Hotel zu erreichen, Gott sei Dank! Da nutzten wir  die Zeit um mit Anslem die Situation unserer Stipendiaten zu diskutieren. Derzeit unterstützen wir 15 junge Menschen dabei ihren Schulabschluss zu   erreichen oder ein Studium zu absolvieren. Dabei handelt es sich überwiegend um junge Mädchen aus ländlichen Gebieten, die ohne unsere Unterstützung keine Möglichkeit hätten, weiter zur Schule zu gehen oder zu studieren. Da dieses Programm so erfolgreich ist (inzwischen haben wir Juristinnen, Ingenieure, Ärztinnen, Kaufleute, … zu Abschluss verholfen) haben wir beschlossen die Zahl auf 30 Stipendien pro Jahr zu erhöhen. Hier möchte ich aber nochmals ganz besonders die Rolle von Anslem hervorheben. Ohne seine Unterstützung und Betreuung wäre ein solches Projekt für uns eben so wenig durchführbar wie die Kindergartenprojekte. Einmal mehr sind wir zu der Erkenntnis gekommen, unsere Hilfe ist nur möglich mit starken Partnern vor Ort. Deshalb sind wir umso dankbarer für das Mitwirken von Anslem, unserem guten Freund Ananda und dessen Sohn Nilan, die uns auf dieser Reise begleitet haben und uns eine große Stütze waren.

Von Kandy ging es dann am nächsten Tag nach Colombo. Auf dem Weg dorthin hatten wir Gelegenheit uns ein Bild von den verheerenden Schäden durch die Überschwemmungen zu machen. Es gab gewaltige Erdrutsche, riesige Bäume waren entwurzelt und lagen noch am Straßenrand wie Streichhölzer, Brücken wurden weggespült, etc.  Aus diesem Grund brauchten wir  für eine Strecke von ca 110 Kilometern 6,5 Stunden normalerweise schaffen wir das in 4 Stunden. Wir sind sehr froh darüber, dass wir unsere Bedenken über Bord geworfen haben und nach Sri Lanka gereist sind. Es war toll und wir haben viele liebe Freunde wieder gesehen.  Jetzt heißt es das Erlebte aufzuarbeiten!  Nochmals ein ganz großes Dankeschön an alle unsere Helfer und Unterstützer in Deutschland und natürlich in Sri Lanka.      
 

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